Das Projekt „Stadtkaffee für Hamburg“: der Hamburger Fairmaster

Neu mit im Boot ist das Aktionsbündnis hamburg mal fair. „Leinen los für den Hamburger Fairmaster!“ hieß es Anfang April 2003, als die sechs Initiatoren (el rojito e.V., Süd-Nord-Kontor Hamburg, Nicaragua-Verein e.V., Aktionszentrum 3. Welt e.V., Mobile Bildung e.V. und dynamo trikont e.V.) ihr gemeinsames Projekt, einen fair gehandelten Stadtkaffee exklusiv für die Hansestadt Hamburg, aus der Taufe hoben. 

Diese Hamburger Organisationen engagieren sich seit langer Zeit im Bereich der Eine-Welt-Partnerschaft sowie des Fairen Handels. Ihr Ziel ist es, mit dem Stadtkaffee Hamburgerinnen und Hamburger zu erreichen, die bisher noch keinen fair gehandelten Kaffee trinken, und sie für Nord-Süd-Beziehungen und die Städtepartnerschaft mit León zu interessieren. Der Stadtbezug – Name, Logo und die Abstimmung der Kaffeemischung auf das Hamburger Wasser – ermöglicht lokale Verbundenheit und Identifikation mit dem Hamburger Fairmaster.

Der Faire Handel boomt – auch in der Hansestadt Hamburg gibt es neue Entwicklungen. Anlässlich der Titelverleihung Fairtrade Stadt im Mai 2011 durch TransFair e.V. gab es einen Relaunch des Stadtkaffees. Das moderne Design wurde von der Agentur Delikatessen entwickelt.

Nach dem Vorbild zahlreicher fair gehandelter Städtekaffees in anderen Städten und Regionen Deutschlands soll auch der Hamburger Fairmaster in der Welthandelsstadt Hamburg durch lokale Verbundenheit und Identifikation neue KonsumentInnen für den Fairen Handel gewinnen.

Wer eine Packung Hamburger Fairmaster mit dem viermastrigen Segelschiff kauft, erhält nicht nur einen hochwertigen Arabica-Kaffee in Bio-Qualität, der auf die Wasserqualität der Hansestadt abgestimmt ist, sondern unterstützt zugleich auch zwei verschiedene Gruppen von Menschen: Kaffeebauern und –bäuerinnen in Nicaragua, Mexico und Guatemala sowie Straßenkinder in Hamburgs Partnerstadt León in Nicaragua.

Wie auch andere Lebens- und Genussmittel wird Kaffee an der Börse gehandelt. Im Oktober 2001 erreichte der Weltmarktpreis für Kaffee seinen historischen Tiefstand: Mit 40 US-Cent pro Pfund lag er weit unter den Produktionskosten von Kaffee. In der Folge mussten viele kleine KaffeeproduzentInnen ihre Kaffeepflanzungen aufgeben, um ein Auskommen in den Städten oder außerhalb ihres Landes zu suchen. Um einer derartigen Entwicklung entgegen zu wirken und die betroffenen Menschen im Kaffeeanbau zu unterstützen, entstanden zahlreiche Stadtkaffees im Rahmen der lokalen Agenda 21.

Zwar ist der Weltmarktpreis für Kaffee im Jahr 2011 in historische Höhen gestiegen, die den Fairen Handel vor ganz neue Herausforderungen stellt. Aber fair gehandelter Kaffee wie der Hamburger Fairmaster garantiert den ProduzentInnen nicht nur einen stabilen, die Existenz sichernden Preis, der auch Spielraum für Investitionen lässt. Durch den Aufpreis im Fairen Handel, die Fair Trade Prämie, werden darüber hinaus soziale Projekte, Fortbildungen, Produktberatung, Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen finanziert. Ein zusätzlicher Aufschlag ermöglicht den biologischen Anbau von Kaffee. Mit langfristigen Verträgen und Vorfinanzierung ermöglicht der Faire Handel den KleinproduzentInnen Planungssicherheit und Existenzsicherung. Direkter Kontakt mit den ProduzentInnen schaltet den gewinnorientierten Zwischenhandel aus und ermöglicht intensive Beratung und Weiterbildung.